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Gelesen: Albert Nufer

Ich möchte euch gleich vorab darauf aufmerksam machen, dass es sich in diesem Buch um kein Themengebiet der Informatik handelt, sondern das Leben von Albert Nufer erzählt.

Die Autorin Liana Ruckstuhl hat im Auftrag des Typotron-Heftes eine umfassende Biografie von diesem einzigartigen Original? Paradiesvogel? Pensionör verfasst. Wer in der Stadt St. Gallen schon unterwegs war, der hatte ihn sicherlich schon angetroffen. Er arbeitete fast 20 Jahre als Strassenwischer und für ihn war dies ein wunderbarer Beruf: “Ich sagte immer, es wäre wie mit dem Besen die Mutter Erde streicheln und das hörten die Leute immer gern. Ich hatte das Gefühl, priviligiert zu sein, wenn die anderen irgend in einem Büro oder vor dem Computer sitzen mussten.” Durch sein äusseres Erscheinungsbild und seinen Lebensstil wird er von vielen belacht, durch sein politisches Engagement als Stadt- und Kantonsparlamentarier aber dennoch geachtet. Obwohl er die Partei der Grünen gegründet hatte, vertrat er nicht immer die Interessen derer, sondern seine eigene Meinung.

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Er lebt ohne festen Job und Wohnsitz in Armut. Nach eigener Aussage wählte er aus Überzeugung diesen Lebensstil und erledigte gegen Kost und Logis Arbeiten wie Schneeräumen, die Strasse wischen, Heuen oder Holzfällen, arbeitete in Weinhandlungen, Familienhaushalt oder auch einer Schreinerei. Seine Wohnung war eine isolierte Dachmansarde mit einem Holzofen. Er besitzt weder einen Fernseher, einen Computer noch ein Telefon.

Bereits als kleines Kind habe ich mich immer wieder gefragt, wer diese Person ist? Warum sieht dieser Mann so ungepflegt aus? Was hat ihn bewegt? Was hat er erlebt? Nach dieser einzigartigen Biografie konnte ich meine Fragen beantworten und habe einiges dazu gelernt. Für Albert Nufer war reisen etwas ganz besonderes in seinem Leben. Um seine Träume erfüllen zu können, brauchte er kein Geld und wenn er doch etwas brauchte, so ging er arbeiten. Viel mehr möchte ich nicht über ihn verlieren, sondern freue mich über spannende Dialoge mit Personen, die ihn kennen oder auch das Buch gelesen haben. –> Buch bestellen bei Typotron

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Gelesen: Muhammad Yunus – Banker der Armen

Vertrauen heisst auf Latein „credere“, das Ursprungswort unseres Kredits. Die Welt gibt Kredite nur an Besitzende – Muhammad Yunus mit seiner Bank für die Armen nur an Besitzlose. Die Welt vertraut in Gelddingen nur Menschen, die bereits Geld haben – der Friedensnobelpreisträger schenkt jenen Menschen volles Vertrauen, die nichts haben, und setzt damit bei ihnen eine erstaunliche Kreativität frei. Der Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesch machte das radikale Querdenken zugunsten der Schwächsten der Welt zum erfolgreichen Modell eines neuen Sozialunternehmertums. Dank seiner Pionierleistung wurden bislang weltweit mehr als 100 Millionen Mittellose, vor allem Frauen, zu Unternehmern. Yunus entschloss den Ärmsten den Zugang zu sozialer Absicherung, Strom und modernen Kommunikationsmitteln, kurz zu einem Leben der Hoffnung.

Yunus will verändern, viel verändern, daran lässt er keinen Zweifel. Und er will überzeugen. Er will klarmachen, dass Lösungen praktisch umsetzbar sind, die bisher undenkbar erscheinen. Dafür setzt er die Mittel scharfer intellektueller Logik ein, gepaart mit der Gestik partnerschaftlichen Lernens. Er setzt niemanden herab, sondern hört immer mit höchster Aufmerksamkeit zu, so als wollte er niemals irgendwo die Lernchance, die in jeder menschlichen Begegnung steckt, versäumen. Er ist nicht der Besserwisser. Aber er hört besser zu als die anderen. Und er pocht darauf, dass jeder Mensch dieselbe Achtsamkeit, dieselbe Qualität des Zuhörens verdient. Yunus ist der Überzeugung, dass ein Grossteil der heutigen Weltprobleme dadurch entstanden sind, dass wir eine Hierarchie des Zuhörens schufen, in der nur so geannte Experten wirklich zählen und sich Gehör verschaffen.

Wie kann man bis heute in den Vorlesungssälen ehrenwerter Universitäten und in den Berichten renommierter Finanzinstitutionen von „Trickle-down-Effekten“ sprechen, die angeblich den Ärmsten zugutekommen, wenn man die Reichen – zusätzlich zu ihren spektakulären Gewinnen – noch weiter mit der Verbesserung ihrer Rahmenbedingungen motiviert, während man gleichzeitig das Ausbeutungssystem der Zinspraxis schlicht ignoriert? Der Schock, der den Professor traf, war zweifach. Einmal musste er die Nutzlosigkeit der traditionellen Volkswirtschaftslehre für die Lebenssituation der Armen einsehen. Und dann folgte bei Yunus der Schock über die Ignoranz seiner Gelehrtenzunft gegenüber dieser hoffnungslosen Ausbeutungssituation, in der die Ärmsten gefangen waren. Dieser Schock wurde noch einmal gesteigert, als er durch eine simple Befragung der Betroffenen feststellte, wie wenig eigentlich erforderlich war, um diesen Mechanismus der Armut zu durchbrechen. Er beauftragte eine Studentin, herauszufinden, wie hoch der Kredit wäre, den die Dorfbewohner bräuchten, um sich aus den Fängen der Zwischenhändler und Geldverleiher zu befreien und sich die Rohstoffe für ihre Arbeit selbst zu kaufen. Die Studentin kam mit einer Namensliste von 42 Personen zurück, die in der Summe ganze 856 Taka bäruchten – den Gegenwert von 27 US-Dollar! So lächerlich gering war der Preis für den Ausweg aus dem Teufelskreis der Armut. Er entschloss sich, diese 27 Dollar mit der Massgabe zu verleihen, das die Kreditnehmer diese Darlehen zurückzahlen sollten, sobald sie dazu in der Lage waren.

Die erste grosse, ja vielleicht entscheidenede Erkenntnis für die Entwicklung des gesamten Grameen Konzeptes war: Arme Menschen verfügen zwar über keine dinglichen Sicherheiten, also keine Sicherheiten in Form von Gebäuden oder sonstigen Sachwerten, die sie zur Übereignung an die Bank anbieten können für den Fall, dass sie ihren Kredit nicht zurückzahlen können. Sie verfügen dafür aber über eine viel bessere Sicherheit: ihren schicksalserprobten Überlebenswillen. Für diese Menschen ist ein Kredit die vermutlich einzige Chance, die sie in ihrem Leben erhalten, um aus eigener Kraft einer ansonsten hoffnungslosen Situation zu entkommen.

Ein weiterer wichtiger Sicherheitsfaktor für die einzigartigen Rückzahlungsquoten der Grameen Bank erwies sich etwas Überraschendes: das Geschlecht. Die Erfahrungen zeigten, dass Männer bei sonst gleichen Rahmenbedingungen ihre Kredite zu 85 Prozent zurückzahlten. Die Frauen kamen auf nahezu 100 Prozent. Bei der Grameen Bank sind die Verhältnisse auf den Kopf gestellt: 94 Prozent der Kreditnehmer sind weiblichen Geschlechts. Und diese sind damit zum allergrösten Teil gleichzeitig auch die Inhaberinnen der Grameen Bank, denn diese gehört zu 94 Prozent den Ärmsten selbst (sechs Prozent müssen aus rechtlichen Gründen in Bangladesch beim Staat verbleiben).

In einem Interview wurde Yunus gefragt: ” Hatte Ihr Kleinkreditkonzept denn keine Feinde?” “Doch, alle”, antwortete Yunus mit einer selbstverständlichen, fast heiteren Ruhe, als wäre es das Normalste der Welt, dass man alle gegen sich hat, wenn man Neues und Innovatives umzusetzen versucht. Im Buch schilderte er dann, wie die Wucherer in Existenzängste verfielen, erzählte von ihren aggressiven Wutattacken, als es plötzlich viel billigere Kredite gab, er berichtete, wie die Männer um ihre Vormachtstellung bangten, als ihre Frauen sich plötzlich  von Ängsten um die allgemeine Moral gepackt wurden, als die Frauen zunehmen mehr Selbstbewusstsein an den Tag legten, er machte klar, wie die Behöreden plötzlich allerlei Bedenken äusserten ob der vielen neuen Entwicklungen, die das Kleinkreditwesen anstiess, und wie sich schliesslich auch die Hilfswerke durch ein Konzept angegriffen fühlten, das soziale Probleme ausgerechnet durch Banking lösen wollte. Kurz gesagt: Alle waren dagegen.

muhammad

Mit den Kleinkrediten befreit er die Ärmsten der Armen aus den Zwängen von Wucherern, fehlender Bildung und wirtschaftlicher Abhängigkeit. Dadurch schafft er eine langzeitige Entwicklungshilfe, aber nicht aus der Sicht einer Entwicklungsorganisation sondern aus der Sicht eines Sozialunternehmens. Mit der Grameen Bank hat er einen Weg gefunden, Millionen von armen Familien zu einer besseren Zukunft zu führen. Das Buch geht detailliert auf die Chancen und Problemen dieser Kleinkredite ein. Für mich ist das Buch etwas langatmig geschrieben, weshalb ich primär das Interview auf 3Sat empfehle.

Philosophie der Kreditgebung- Muhammad Yunus im Gespräch

Film

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Gelesen: Das LOLA-Prinzip

Eine berühmte Persönlichkeit hat dieses Buch einer anderen berühmten Persönlichkeit weitergegeben und diese wiederum machte mich auf dieses Buch aufmerksam. Besten Dank an dieser Stelle :-)

LOL²A ist die Abkürzung für

  • LO = Loslassen
  • L = Liebe ( = Liebe mal Liebe)
  • A = Aktion/Reaktion

Es geht immer wieder darum zu zeigen, wie der Leser möglichst schnell und mit einem Minimum an Aufwand von einem IST- zu einem SOLL-Zustand gelangen kann. Dafür werden vor allem vier grundsätzliche Weisungen aufgestellt:

  1. Wer die Welt und andere Menschen kritisiert, verurteilt, wer negative Gedanken sät, der wird seine Ziele entweder gar nicht oder nur mit einem relativ grossen Aufwand erreichen.
  2. Wer das Gesetz von Aktion und Reaktion kennt, wird weniger kritisieren, verurteilen. Er wird sich bemühen, positive, konstruktive Gedanken auszusenden.
  3. Wer loslassen kann, der erreicht seine Ziele noch schneller und mit noch weniger Aufwand als derjenige, der „nur“ das Gesetz von Aktion und Reaktion kennt und anwendet.
  4. Wer zusätzlich noch das Gesetz der Liebe kennt und anwenden kann, der erreicht seine Ziele noch einmal schneller und mit noch weniger Aufwand als mit den vorhergehenden Gesetzmässigkeiten.

Die Regeln sind sehr einfach und ich habe rasch bemerkt, dass sie mir zum Teil wirklich helfen, effizienter zu werden. Nebst dem hilfreichen Lerneffekt waren auch die Beispiele äusserst angenehm zu lesen, da sie sowohl aus dem privaten wie auch geschäftlichen Alltag stammen.

Einige von euch Fragen sich wohl, warum ich ein solches Buch lese? Nun gut, ich bin ein Freund von Optimierungen und diese so kostengünstig zu erhalten, erachte ich als höchst spannend. Zudem beinhalten solche Bücher wertvolle Informationen zum Thema Sozialkompetenz, welche in der Welt der Informatik leider zu oft vergessen gehen. Mein Vater ist Leiter vom Personal der Helvetia Gruppe und so höre ich immer wieder von Fällen (selbstverständlich anonymisiert), wo halt eben diese Sozialkompetenz fehlt und somit deren berufliche Karriere unnötigerweise eingeschränkt wird. Ein Versuch dieser Problematik entgegen zu wirken lohnt sich also alleweil.

Sicherlich ist es mit dem Lesen dieser oder anderer Bücher noch nicht getan, denn wer kann schon ein Buch direkt umsetzen. Dafür braucht es tägliches Training oder Lernhilfen, welche ich mir nebst diesem Blog parallel erarbeite. Ich bin persönlich noch nicht da, wo ich einmal sein möchte, doch ich weiss, dass sich die Arbeit und Mühe lohnt. Wer glaubt er sei perfekt, dem Rate ich dringend zur Selbstreflexion. Wo findest du dich in den Beispielen wieder? :-)

Beispiel: vom IST-Zustand zum SOLL-Zustand

An einem Seeufer sitzt ein Mann und versucht, mit seinen Händen Fische zu fangen. Ein Wanderer kommt vorbei, klopft dem Fischer auf den Rücken und sagt: „He, guter Mann, komm ich zeige dir, wie man ein Netz knüpft. Damit kannst du viel schneller und mehr Fische fangen, als von Hand.“ Der Fischer ist so auf den See konzentriert, dass er kaum richtig zugehört hat. Ohne aufzublicken antwortet er dem Wanderer: „Keine Zeit. Ich muss jetzt Fische fangen.“

Wie viele Menschen befinden sich in genau dieser Situation? Keine Zeit für das Wesentliche, aber was ist denn dieses Wesentliche? Der Autor gibt eine Antwort auf eine einzige zentrale Frage und diese Frage lautet:„Wie komme ich mit einem Minimum an Aufwand und so schnell wie möglich von einem IST-Zustand zu einem Soll-Zustand?“

Beispiel: Verantwartung tragen

Ein Verkaufsleiter arbeitet seit sieben Jahren in einem Unternehmen. Obwohl das wirtschaftliche Umfeld schwierig ist, hat er seine Stelle bisher nicht verloren, und er ist überzeugt, dass er weiterhin in diesem Unternehmen arbeiten wird. Die Tatsache, dass es so gut geht, schreibt er seinen Fähigkeiten zu. Das bedeutet er übernimmt Verantwortung für seine Situation. So weit so gut. Plötzlich wird er entlassen. Und jetzt beginnt es: er sucht Schuldige. Der Chef ist schuld, oder die Rezession, oder jener Kunde, der ihm den grossen Auftrag versprochen, aber dann doch nicht gegeben hat.

Das ist doch unser „normaler“ Denkmechanismus: solange es für uns gut läuft, fühlen wir uns verantwortlich, sobald etwas geschieht, das uns nicht passt, suchen wir die Verantwortlichen anderswo.

Beispiel: Aktion und Reaktion

Der Mitarbeiter erwartet, dass der Chef sich ändert. Der erwartet, dass die Mitarbeiter sich ändern. Der Bürger erwartet, dass die Regierung sich ändert. Die Regierung erwartet, dass die Bürger sich ändern. Usw. und so fort.

Bei mir selbst will ich lernen, will ich Schüler sein, will ich mich kennenlernen.

Beispiel: Zufall

Der Physiker Paul Davies macht in seinem Buch „Prinzip Chaos“ eine hochinteressante Aussage: „Woher kann man wissen, ob das Werfen einer Münze oder das Würfeln wirklich zufällig ist? Darüber besteht keine Einigkeit.“ Mit dem Begriff Zufall sollte etwas vorsichtiger umgegangen werden.

Wir Mensch sind in unserem Denken dermassen begrenzt, dass wir schlicht und einfach nicht alle Ursachen kennen, und deshalb schieben wir dann zahlreiche Dinge dem Zufall in die Schuhe.

Beispiel: Loslassen

Mit Festhalten kann alles getötet werden, es ist nur eine Frage der Zeit. „Sie zielen mit einem Pfeilbogen auf eine Scheibe“. Was müssen Sie tun, damit der Pfeil die Scheibe trifft? Sie müssen den Bogen spannen: Sie müssen zielen (Intelligenz) und Sie müssen loslassen.

Loslassen ist der schnellste und kostengünstigste Weg zur Erreichung aller Ziele.

  1. Akzeptieren des IST-Zustandes
  2. Nicht verurteilen
  3. Kein Gedanke an den Weg
  4. Kein Kampf gegen den IST-Zustand oder für den SOLL Zustand
  5. Keine Konzentration auf das Ziel
  6. Kein Zweifel an der Zielerreichung

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Gelesen: Glück kommt selten allein

Nachdem ich diesen Künstler im  SF Fernsehen gesehen habe, kaufte ich mir sein Buch zum Thema Glück kommt selten allein. Es hat zwar keine grossen Gemeinsamkeiten mit den technischen Lektüren in diesem Techtalk, dafür konnte ich wieder wertvolle Informationen für den Alltag sammeln, was mir genau so viel und vielleicht sogar mehr bringt. Unten sind einige Ausschnitte aus dem Buch, welche mir besonders gut gefallen haben.

Glück kommt selten allein...

Buchbeschreibung

Jeder ist seines Glückes Schmied. Und so sieht es auch aus: reichlich behämmert. Beim Zimmern unseres Glücks hauen wir uns oft genug mit dem Hammer auf den Daumen. Und vergessen dann, darüber zu lachen. Wenn aber Dr. Eckart von Hirschhausen humorvoll über das Glück schreibt, lässt der Schmerz nach. Endlich spricht jemand das aus, was wir schon immer ahnten, aber nicht wahrhaben wollten: Glück ist nicht das Ziel, sondern ein Abfallprodukt der Evolution. Glück geht zum Glück vorbei, und eine Bronze- ist besser als eine Silbermedaille. Die positive Psychologie zeigt: Erfüllung und Zufriedenheit sind keine Frage des Schicksals, sondern die Summe der täglichen Gedanken und Handlungen. Glück ist machbar. Dr. Eckart von Hirschhausen verbindet Wissen mit Witz, aktueller Forschung, alten Weisheiten und Tiefgang und schafft so neben “Haha”- auch “Aha-Effekte”. Übungen, Selbsttests, inspirierende Illustrationen und konkrete Tipps stehen neben Neuestem aus der Hirnforschung. Ein Buch für Glückspilze und Pechvögel, für Optimisten und Pessimisten. Und wer lieber unglücklich bleiben will, kann nach der Lektüre weiter unglücklich sein – aber auf höherem Niveau.

Einige Auszüge

[S.49] Was ist mit dem vierblättrigen Kleeblatt? Auf dem Titelfoto sieht man mich mit einem dreiblättrigen. Denn wer sagt, dass vier Blätter besser sind als drei? Vier Blätter sind vor allem eins: Sie sind seltener als drei. Und was machen wir? Wir binden unser Glück an Dinge, die selten vorkommen, und wundern uns, dass wir nur selten glücklich sind. Das haben wir uns selbst eingebrockt, das ist bescheuert. Ob vier Blätter besser sind als drei, ist nur eine Frage des Standortes. Zum Beispiel neben einem Atomkraftwerk: Wenn dort alle Kleeblätter plötzlich vier und mehr Blätter haben, dann ist das nicht unbedingt ein gutes Zeichen….

[S.56} Die Chance geboren zu werden, ist sehr viel kleiner als ein Sechser im Lotto. Sie wurden sorgfältig durch die Eizelle aus einem pool von 300 Millionen Mitbewerbern ausgewählt. Wenn Sie in diesem Leben noch einmal ein Vorstellungsgespräch haben, sind das "Peanuts" dagegen! Sie sind das Ergebnis des besten Spermiums in jener Nacht. Sie haben einen Chromosomensatz mit Zusatzzahl zugelost bekommen. Nur einen Bruchteil davon werden Sie brauchen und aktivieren. Und welche Gene aktiv werden, hängt zum Teil von der Art ab, wie sie leben. --> Sie sind ein Gewinner, so oder so. Machen Sie das Beste draus!

[S.131] Ein Freund von mir schickte plötzlich total verknallt seiner So-was-wie-du-ist-noch-nie-Dagewesenen 500 SMS an einem Tag. Alle auf ein Handy! Das erinnert an das Mengenverhältnis von Samenzellen zu Eizelle. Da braucht es auch eigentlich nur eine, die sagt: “Ich liebe dich, ich will ein Kind mit dir” – aber sicherheitshalber schwimmen mal ein paar mehr mit, für den Fall, dass der erste Botschafter es nicht so bringt. Die beiden haben tatsächlich sofort ein Kind bekommen, leben zusammen, und heute muss er mehrere Tage sammeln, um genug Zeichen für eine neue SMS zusammenzubekommen. Denn das meiste ist schon gesagt. Wahrscheinlich wissen Mobilfunkanbieter viel mehr über den zeitlichen Verlauf von Verliebtheitsphasen als Psychologen.

[s.230] In einem weiteren Experiment befragte man Menschen, wie zufrieden sie mit ihrem Leben grundsätzlich sind. Wer gerade eine Münze gefunden hatte, war mit seinem ganzen bisherigen Leben schlagartig zufriedener! Da frage ich mich: Warum ist die Stimmun in Deutschlang so schlecht? Wegen der Kartentelefone! So hängt das zusammen. Wir finden zu wenig Münzen. Was sollte jeder von uns tun? Wenn Sie ab und an eine lose Münze in der Tasche haben, werfen Sie diese einfach mal weg. Ich gebe zu, das kostet Überwindung, aber danach macht es Spass. Sie verarmen nicht, und wer die Münze findet, freut sich den ganzen Tag. Und das ist gar nicht so selbstlos.

[s.239] Bevor ich überkoche, das Feuer runterdrehen oder den Topf vom Herd nehmen und abkühlen lassen. Und dann – cool bleiben! Vielleicht denken Sie jetzt: Ich reg mich ja nie auf, die anderen regen mich auf. Aber wenn ich jemandem gestatte, mich aufzuregen, gebe ich den Schlüssel zu meinen Gefühlen aus der Hand, und damit wäre ich sehr vorsichtig. Wer weiss, welche Schleusen der dann noch öffnet! Bestimmen Sie den Ärger und lassen Sie sich nicht vom Ärger bestimmen. Zum Beispiel kann man mit seinem Ärger auch einen Termin machen. Sich laut sagen: “ich ärgere mich jetzt mal richtig bis 15 Uhr 30, aber dann habe ich heute noch was Besseres vor.”

[S.252] Ein Postbeamter wurde mal gefragt: “Ist es nicht langweilig, jeden Tag Briefe abzustempeln?” – “Nein” , antwortete er, “es ist ja jeden Tag ein anderes Datum”. Ein echtes Glückstalent.

[S.255] Wenn du denkst, dass du zu klein bist, um irgendetwas auszurichten, versuch doch mal, mit einem Moskito in einem geschlossenen Raum zu schlafen

[S.306] Der Chef gibt eine völlig wirre Parole aus und fragt in die Runde: ” Gibt es dazu noch Fragen?” Betretens Schweigen. Jeder hat Fragen, schaut aber die anderen an und sieht, dass sich keiner meldet. Automatisch denkt jeder für sich: “Oh, alle haben das verstanden, ich bin wohl der Einzige, der keine Ahnung hat, dann melde ich mich besser nicht, will ja nicht als Depp dastehen. ” Weil das aber jeder denkt, meldet sich keiner, und so sind Aktionen und Beschlüsse von vielen oft nicht besser, sondern schlechter, als wenn wenige sich abstimmen müssen. Zehn Menschen können dümmer sein als drei. Fragen Sie mal bei der nächsten Abstimmung in die Runde, wer das für möglich hält. Viel Spass damit. –> Dem oben genannten Verhalten wird in der Wissenschaft übrigens pluralistische Ignoranz gesagt.

Einige Sprüche!

  • Shit happens! So ist das Leben: Mal bist du die Taube, mal bist du das Denkmal
  • Beginne den Tag mit einem lächeln, dann hast du es hinter dir
  • Jeder ist seines Glückes Schmied, aber nicht jeder Schmied ist glücklich

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Gelesen: Der Faktor Mensch

René Anderes – ein Mitarbeiter – wies mich höflich darauf hin, dass es nebst der technischen Informatik auch der Faktor Mensch gibt. Demzufolge erhielt ich von ihm das spannende Buch Wien wartet auf dich , welches von Tom DeMarco und Timothy Lister (zwei Autoren der Softwarebranche) geschrieben wurde.

Die Autoren zeigen mit Humor und Weisheit Wege zu produktiven und erfolgreichen Projekten. Es wird aufgezeigt, wie ein Produkt mehr Qualität erhält, wie formale Vorgehensweisen aufgelockert werden, wie man gegen Entropie im Unternehmen angehen kann oder wie durchgesetzt werden kann, dass keine  Unterbrüche bei der Arbeit geschehen.

Dieses Buch zeigt auch auf, wie man Teams pflegt, die gesund und produktiv sein sollen, so schreiben die Autoren: “Es gibt nichts Entmutigenderes für einen Mitarbeiter als das Gefühl, dass die eigene Motivation ungeeignet ist und daher durch die des Chefs ersetzt werden muss.” (S. 9)

Wie gut jemand in ein Team passt, wird oft zu wenig beachtet: “Ein Katalysator ist wichtig, weil ein Projekt immer in Bewegung ist. Eine Person, die einem Team hilft, konstruktiv zusammen-
zuarbeiten, ist doppelt soviel wert wie eine Person, die «nur» arbeitet” (S. 12).

Die Empfehlungen sind nicht immer leicht umzusetzen. In den meisten Unternehmen haben die Mitarbeiter Angst Fehler zu machen. Den Führungskräften sollte jedoch bewusst sein, das Mitarbeiter aus Fehlern lernen können. Die Autoren schreiben dazu: “Paradoxerweise haben Änderungen nur dann eine Chance auf Erfolg, wenn auch Fehlschläge zumindest ein paar kleine Fehlschläge einkalkuliert werden dürfen.” (S.223)

Meiner Meinung nach sind DeMarco und Lister  nicht nur hervorragende Erzähler von Geschichten, sondern auch scharfsinnige Beobachter der Projektmanagement-Szene. Dieses Buch wirf ein neues Licht auf menschliches Verhalten in Entwicklungsprojekten. Einziger Kritikpunkt ist die Übersetzung ins Deutsche (englische Version lesen). Ich kann diese Lektüre jedem Projektleiter, Manager oder auch Software Entwickler wärmstens empfehlen.

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