In dieser Woche besuchte ich zusammen mit unserer Software-Entwicklungsabteilung ein Feedback Seminar im Hotel Wolfensberg in Degersheim. Lanciert wurde dieses Seminar von unserem Abteilungsleiter und ich möchte gleich erwähnen, dass es sich hierbei um einen spannend Tag gehandelt hatte.
Meines Erachtens ist eine funktionierende Kommunikation innerhalb eines Unternehmens ein massgeblicher Baustein für die persönliche, berufliche und geschäftliche Entwicklung.
Aus den Vorlesungen von H. Forster (Dozent an der HSR) waren mir zwar alle genannten Feedbackregeln bekannt, doch so wirklich umsetzen konnte ich diese nie vollständig (Zumindest auf seriöse Art und Weise… Wink zu Thomas und Manfred
)
Die Feedbackregeln sind ja keine Heiligtümer. Sie sollen einem im Sinne eines Rasters helfen, dem Vis-à-vis Rückmeldungen bezüglich seines Verhaltens und seiner Wirkung zu geben. Und dies auf eine Art und Weise, die die Chance erhöht, dass das Feedback vom Empfänger aufgenommen werden kann und so einen konstruktiven Beitrag zur Zusammenarbeit bietet.
Damit eine Feedback Kultur betrieben werden kann benötigt es den Geber und den Empfänger. Auf der Seite des Feedbackgebers sind grob die folgenden Punkte zu erwähnen:
- Ich bin ok – du bist ok
- Ich-Botschaften
- Möglichst konkrete Rückmeldungen geben
- Beschreiben nicht bewerten
- Positive und negative Rückmeldungen
- Jeder spricht für sich selbst
- Feedback ist ein Angebot
- Strikte Vertraulichkeit
Der Feedback-Empfänger sollte auf die nachfolgenden Sachen achten:
- Einstellung: Feedback als Chance
- Aktives zuhören – ev. nachfragen
- Keine Rechfertigung, keine Verteidigung
Gerade das persönliche Feedback erachte ich als grosse Chance zum Lernen im Verhaltensbereich. Man kann Feedback ja auch erbitten oder anbieten. Während dem Seminar wurden auch immer wieder Übungen durchgeführt. So gibt es z.B. ein einfaches hilfreiches Raster um FB zu geben:
- Sachverhalt bennen (Vor drei Monaten haben wir vereinbart, dass… und dann ist das und das geschehen…)
- Gefühlsaussage machen (… und ich habe gemerkt, wie ich langsam aber sicher die Geduld verliere. –> wichtig und anstatt aber sagen)
- Frage, Erwartung, Vereinbarung, Zielformulierung, Konsequenz aufzeigen oder auch Konsequenzen ziehen
Zum Schluss vom Seminar konnten wir uns 2 Personen auswählen, welchen wir gezielt Feedback geben mussten. Dabei erhielten wir ein Arbeitsblatt mit den folgenden Texten:
- Was ich an dir besonders schätze
- Was ich dir bisher noch nicht gesagt habe obwohl es mich stört. (was mir Mühe macht, was ich als schwierig oder störend erlebe, was mich irritiert oder versunsichert, was ich glaube, kannst du nicht so gut, wo ich glaube, du stehst dir manchmal selber im Wege….)
- Wie ich dich innerhalb unseres Teams erlebe (positiv und kritisch) (mit den anderen, mit unserem Chef, mit mir)
- Wie ich dich in der Zusammenarbeit mit anderen Bereichen, ev. in der Projektleitung erlebe (positiv und kritisch)
- Wie ich dich in Bezug auf Feedback erlebe
Der nachfolgende Dialog mit der ausgewählten Person war äusserst interessant und aufschlussreich. Auf dieser unkomplizierten Basis konnten wir einander Feedback geben und auch Probleme diskutieren. Fener helfen diese Gespräche Missverständnisse aus dem Wege zu schaffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass solche – ich nenne sie nun Feedback-Stand-up-Meetings – äusserst erfolgreich sind und in regelmässigen Zeitpunkten wiederholt werden sollen.
Abschliessend verweise ich auf einige Lektüren, die ich rund um dieses Thema gelesen habe.
Professionelle Gesprächsführung / ISBN: 3-423-05845-5
Dieses Buch empfand ich als äusserst amüsant zum Lesen. Kleine Entropie bei den fast 500 Seiten.

Erfolgreiche Gespräche durch aktives Zuhören / ISBN: 3-8169-2592-2
Kurz & Gut

Transaktionsanalyse / ISBN: 3-8005-7319-9
akademisch geschrieben, ansonsten interessant

Erfolgreich Texten / ISBN: 3-938478-80-2
