Gelesen: Pragmatic Thinking Learning

Einleitung

ahptlInspiriert durch den Blogeintrag von Misto (http://blog.misto.ch/archives/1162) habe ich mir vor langem das Buch Pragmatic Thinking and Learning – Refactor Your Wetware erworben und mir zu Gemüte geführt. Der Autor hat ein hervorragendes Werk, gespickt mit humorvollen englischen Floskeln, geschrieben. Die Seitenzahlen der spannenden Ansätze habe ich notiert und mir überlegt, ob ich wirklich über alles Schreiben oder einfach eine kleine Zusammenfassung liefern soll. Da auf dem Blog von Misto bereits ein Resümee existiert, entschied ich mich für die längere Fassung. Einfachheitshalber sind spannende Textpassagen direkt raus kopiert und auf die entsprechende Seite verwiesen.

Im ersten Teil wird eine kurze Einführung ins Thema gemacht, verschiedene Aspekte der Informatik erwähnt und das MindMap des Buches erläutert.

MindMapWeb

Anschliessend folgen Erläuterungen zu dem Dreyfus-Modell, welches den Erwerb- und die Entwicklung von Fähigkeiten beschreibt. Dabei wird der Wandel vom Anfänger zum Experten aufgezeigt und was dies für eine grosse Bedeutung mit sich bringt. Wie jeder weiss benötigt beispielsweise ein Spitzenkoch für die Zubereitung eines Gerichtes keine genaue Anleitung, wo hingegen der Anfänger auf eine exakte Beschreibung (Requirements) angewiesen ist.

[17] The novice wants to know exactly how long to set the timer on the oven given the weight of the meat, and so on. It’s not that the novice is being pedantic or stupid: it’s just that novices need clear, context-free rules by which they can operate, just as the expert would be rendered ineffective if he were constrained to operate under those same rules. Novices and experts are fundamentally different.

Ab Kapitel 3 (this is your brain, get in your right mind)

Als nächstes wird das Gehirn des Menschen vorgestellt. Die beiden Teile des Hirns (L- und R- Mode) werden dabei untersucht und somit die Schwächen und Stärken jedes einzelnen aufgezeigt. Hier wird erstmals deutlich gemacht, was der synchrone (L) und asynchrone (R) Teil des Hirns für einen Einfluss auf die Agilität hat.

[63] As you may have felt from looking at the characteristics of L-mode and R-mode, we have a bit of cultural bias toward L-mode thinking and related activities, and we might tend to dismiss R-mode thinking as being the province of lesser mortals. R-mode seems like a quaint leftover, a vestigial appendage from some previous age when people believed the world was flat and thunder was the result of unseen gods at war. And indeed, it was the strength of L-mode that differentiated humankind from common beasts; it brought humanity out of the forests and jungles and into villages and towns, out of the fields and into the factories, finally to land behind a desk and a copy of Microsoft Word. But although the analytical and verbal capabilities of L-mode thinking have brought us this far, we’ve lost some key capabilities from an overreliance on L-mode at the expanse of R-mode. To progress, in order to move on to the next revolution in human development, we need to learn to reintegrate our largely neglected R-mode processing with L-mode.

In diesem Abschnitt werden auch verschiedenste Beispiele geschildert, wo durch die Aktivierung der asynchronen Hirnhälfte, enorme Erfolge erzielt wurden. So lassen sich die grossen Verkaufszahlen vom iPod nicht nur durch das einzigartige Design erklären, sondern auch wegen der Beschreibung der Speichergrösse. Bei iPod standen viel mehr die abzuspielenden Songs im Vordergrund, als die effektive Anzahl an Gigabytes. Weg vom synchronen Denken hin zum Asynchronen!

[65] The Microsoft-flavored parody says how many gigabytes it will hold. Consumers don’t care about gigabytes; only we geeks do.

Amüsant zum lesen war auch der Bericht über die absterbenden Hirnzellen, bei übermässigem Alkoholkonsums und ob jemals wieder neue entstehen.

[67] … in a discovery that turned the field on ist ear, she discovered neurogenesis – the continued birth of new brain cells throughout adulthood. But here’s the funny part. The reason researchers had never witnessed neurogenesis previously was because of the environment of their test subjects. If you’re a lab animal stuck in a cage, you will never grow new neurons. If you’re a programmer stuck in a drab cubicle, you will never grow new neurons. On the other hand, in a rich environment with things to learn, observe, and interact with, you will grow plenty of new neurons and new connections between them. For decades, scientists were misled because an artificial environment created artificial data. Once again, context is key. Your working environment needs to be rich in sensory opportunities, or else it will literally case brain damage.

In einem weiteren Teil geht es darum die physische Rechenleistung zu steigern. Es werden verschiedene Ansätze zur Aktivierung der Hirnleistung aufgezeigt wie beispielsweise:

  • während eines Telefonates ein tastbares Puzzle (Rubicube) zu lösen
  • mit CRC Karten zu arbeiten
  • cross-sensory Feedback durchzuführen
  • ein Linienbild abzuzeichnen ohne dabei das Bild zu interpretieren
  • „Go Climb a Wall“
  • Humor
  • Metaphern generieren
  • Pair Programming
  • Image Streaming (http://www.winwenger.com/imstream.htm)
  • · Morning Pages Technique http://paperartstudio.tripod.com/artistsway/id3.html
  • oder einfach das nächste objektorientierte Design mittels Legoklötzchen zu erstellen. Es existieren unzählige Varianten das Hirn zu füttern.

Ab Kapitel 5 (debug your mind, learn deliberately, gain experience)

Der Autor schneidet wirklich sehr viele Themengebiete an, wie im Kapitel 5 mit den verschiedenen Altersgenerationen. Auf anschauliche Art und Weise zeigt er was Leute, geboren in verschiedenen Zeitepochen, voneinander unterscheiden oder wo sie Gemeinsamkeiten haben. Dabei resultieren 4 verschiedene Typen oder Rollen.

  1. Prophet: Visionär, Werte,
  2. Nomade: Freiheit, Überleben, Belohnung
  3. Hero: Gemeinsamkeit, Reichtum, Wohlstand
  4. Artist: Pluralismus, Expertenwissen, termingerechte Fertigstellung

Die einzelnen Merkmale, Gemeinsamkeiten und Erkenntnisse werden auf einer Achse dargestellt, wobei der eigentliche Wert (z.B. Millenial) der Beschreibung der Zeitepoche entspricht.. (im Buch nachlesen *g*)

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Ein ähnlicher Ansatz zur Persönlichkeitsanalyse ist der Myers-Briggs-Typindikator. Basierend auf den psychologischen Typen entwickelten Myers und Briggs einen Fragebogen, der bestimmte Muster und Züge menschlichen Grundverhaltens verständlich und transparent macht. Wer Unterschiede im Verhalten zwischen verschiedenen Personen bewusst wahrnimmt, über seine eigenen Neigungen bzw. Präferenzen Bescheid weiss und die der anderen erkennt, respektiert und in seinem persönlichen Verhalten berücksichtigt, wird in seiner Umgebung besser zurechtkommen und erfolgreicher sein – sei es im Beruf oder im Privatleben.

Im sechsten Kapitel geht es um das ganz bewusste Lernen und somit um die Erreichung von Zielen. Um einen gewünschten Punkt erreichen zu können, müssen im privaten wie auch im Geschäftsalltag Ziele definiert werden, doch diese sind noch lange keine Garantie für den Erfolg. Typische Aussagen für schlecht definierte Ziele sind z.B. „Ich will sportlicher und schlanker werden.“ oder „Ich will möglichst viele neuen Programmiersprachen lernen“. Bei diesen Aussagen handelt es sich um grosse Wünsche oder einen gewünschten Zustand, doch sicherlich nicht um Ziele. Wie viel Kilo möchte ich verlieren? Bis wann? Wie gut möchte ich diese Programmiersprachen beherrschen? Und so weiter und so fort…

Zur Lösung dieser Problematik wird das SMART Modell vorgestellt. SMART ist ein Akronym für “Specific Measurable Achievable Relevant Timely” und dient im Projektmanagement als Kriterium zur eindeutigen Definition von Zielen im Rahmen einer Zielvereinbarung.

  • Specific
    Ziele müssen eindeutig definiert sein
  • Measurable
    Ziele müssen messbar sein
  • Achievable
    Ziele müssen relativ zum Aufwand verhältnismässig sein
  • Relevant
    Ziele müssen erreichbar sein.
  • Timely
    zu jedem Ziel gehört eine klare Terminvorgabe.

Ein Ziel ist nur dann SMART, wenn es diese fünf Bedingungen erfüllt.

Im selben Kapitel wie dem von SMART wird noch die Lesemethode SQ3R gezeigt, die besonders effektiv in Bezug auf den Lerneffekt ist. Das mit dieser Methode erfasste Wissen, ist offenbar wesentlich besser im Gedächtnis gespeichert, da viel Eigeninitiative in den Schritten verankert ist. SQ3R steht für die Worte „Survey, Questions, Read, Recite, und Review.“

  • Survey
    Der erste Schritt ermöglicht dem Leser einen Überblick über den ganzen Text Überschriften, Aufbau sowie Stichworte fallen dem Leser ins Auge, um so einen groben Zusammenhang und den Gesamtrahmen zu erkennen.
  • Questions
    Im zweiten Schritt wird der Leser aktiv. Er stellt mögliche Fragen zum Abschnitt auf. Durch die Formulierung von Fragen wird die Motivation geweckt, Antworten auf die Fragen zu finden.
  • Read
    Der Hauptschritt befasst sich nun mit dem Text. Jetzt wird der Text abschnittsweise gelesen, was auch den Hauptaufwand darstellt. Das Gelernte muss verstanden werden, damit es gespeichert wird. Wichtige Schlüsselwörter und Zusammenhänge sollten farbig hervorgehoben werden.
  • Recite
    Nach jedem Abschnitt sollte dieser rekapituliert, also darüber nachgedacht werden. Worum ging es, was waren die Schlüsselwörter und wie stehen diese miteinander in Zusammenhang. Zusätzlich soll man nach mehreren Abschnitten das Gelesene schriftlich erfassen, z. B. durch Zusammenfassungen oder am besten mit farbigen Mindmaps.
  • Review
    In diesem Bereich sollte man darüber nachdenken, wie der Abschnitt zum Gesamtrahmen und mit den anderen Abschnitten zusammenhängt und wie man das Gelernte praktisch anwenden könnte bzw. welche Anwendungsgründe existieren.

Interessant fand ich auch die Erläuterungen zu dem Problemlösungsansatz von dem ungarischen Mathematiker George Pólya, welcher unter anderem diesen Ansatz im Buch „Vom Lösen mathematischer Aufgaben“ beschreibt.

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Anhang

Abschliessend noch einige interessante Aussagen, die ich euch nicht vorenthalten möchte…

[2] The number of bugs programmers introduce into programs has remained constant for the past forty years.

[3] It’s not that the teacher teaches; it’s that the student learns. The learning is always up to you.

[211] You might hear yourself often saying, „I’d love to, but I don’t have the time. “ Or some new task comes up at work, and you think you just don’t have time to attend to it. It’s not really time that’s the issue. Time is just something you allocate. It’s not that we’re out of time; we’re out of attention. So instead of saying you don’t have time, it’s probably more accurate to say you don’t have the bandwidth. When you overload your bandwidth, you’ll miss things. You won’t learn, you won’t perform your work well, and your family will begin think maybe you have a brain tumor or something. If you’re paying attention – really paying attention – you can accomplish marvelous things.

[227] It takes twenty minutes to reload context.

[234] Establish rules of engagement to manage interruptions.

[236] Send less email, and you’ll receive less email and choose your own tempo for an email conversation.

[247] Want to do tomorrow morning

  • Start taking responsibility and don’t be afraid to ask “why”? or “how do you know?” or “how do I know?” or to answer “I don’t know – yet.”
  • Pick two things that will help you maintain context and avoid interruption, and start doing them right away.
  • Create a Pragmatic Investment Plan, and set up SMART goals.
  • Figure out where you are on the novice-to-expert spectrum in your chosen profession and what you might need to progress. Be honest. Do you need more recipes or more context? More rules or more intuition?
  • Practice. Having trouble with a piece of code? Write it five different ways.
  • Plan on making more mistakes – mistakes are good. Learn from them.

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1 Comment »

 
  • domi says:

    spannender beitrag ==> hab das buch vor einem jahr gelesen und dies ist eine coole zusammenfassung – für mich refresh

 

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